Younes Müller
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Der Aachener Tenor Younes Müller studiert Gesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Gesangsklasse von Raimund Nolte. Mit seiner warmen, tragfähigen Stimme und mühelosen Höhe füllt er klanglich auch große Säle und ist bereits zu Beginn seiner Gesangsausbildung ein gefragter Konzertsänger im Raum Aachen, Köln und Maastricht. Im August 2026 sang er in der RathausOper Konstanz in Rossinis "La Scala di Seta" die Rolle des Dorvil.
Zu seinem Konzertrepertoire gehören, neben Kantaten von Bach und Messen von Mozart, auch geistliche Werke von Mendelssohn, dessen Lobgesang er im Sommer 2025 im Eurogress Aachen mit dem Collegium Musicum sowie beim Orgelfestival Limburg sang. Im Herbst 2025 gab er sein Konzert- und Radiodebüt beim Forum Alte Musik Köln, wo er in der modernen Erstaufführung von Luigi Mancias La Partenope den Hauptmann Ormonte verkörperte. Kurz darauf sang er die Hauptrolle des Karl in der Opernproduktion "Speed" der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Seine musikalische Ausbildung begann Younes Müller 2021 mit einem Dirigierstudium am Conservatorium Maastricht bei Hans Leenders. 2023 entschied er sich, Gesang zu studieren, und wechselte an die HfMT Köln, wo er seither in der Klasse von Raimund Nolte studiert. Weitere gesangliche Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Thomas Heyer in Montepulciano und Kusel.
Seinen vielseitigen musikalischen Interessen konnte er auch als Studienleiter und Gesangslehrer im Musicalensemble Floodlightmusicals nachgehen, wo er die Produktionen Into the Woods (2024) und Jane Eyre (2022) maßgeblich mitgestaltete. Younes Müller hat einen Masterabschluss in Informatik und promoviert derzeit an der Uniklinik Aachen.
August 2026
Im schönen Konstanz gibt es zwar keine Opernsparte, dafür aber die RathausOper, die seit über 40 Jahren im historischen Innenhof des Konstanzer Rathauses auftritt. Dieses Jahr wurde Rossinis Einakter La Scala di Seta aufgeführt, der mich durch die schwungvolle und Lebensfrohe Musik schon beim ersten hören überzeugt hat.
Als Dorvil durfte ich die seidene Leiter, nach der die Oper benannt ist, zur schönen Giulia hinaufklettern, wie es sich für einen Tenor gehört. Die Kletterpassagen waren aber nur das I-Tüpfelchen. Die eigentliche Herausforderung der Partie liegt in der rasanten Arie des Dovil, in der er sich sowohl in Kolloraturen, als auch in Selbstmitleid verliert.
Nach diesem Hochleistungsleid mit Gesang freute ich mich geradezu über den verbalen Schlagabtausch mit Blansac, meinem Widersacher in der Liebe, den ich heimlich davon abhalten will meine Giulia zu bezirzen.
Der Kritiker des Südkuriers honorierte meine Bemühungen und sagte ich sorge mit meinem "strahlenden [...] Timbre für gesangliche Höhepunkte."
Und das alles in Laufweite zum Bodensee bei bestem Wetter mit einem großartigen Team aus SängerInnen und allen anderen Gewerken.
Ich bin tief glücklich und finde: So darf doch ein Sommer aussehen!
Oktober 2025
Was für ein Spaß! Ich durfte im Oktober meine erste Opernrolle singen. Und was für eine. In der Kurzoper Speed ich die Hauptrolle, Karl, gesungen und durfte die komplette Zeit auf der Bühne sein, singen, spielen, tanzen, Zeitung lesen, schlafen und mich im Schrank verstecken.
Anton-Conrad Salow, der Komponist, hat mir eine Partie geschrieben, wo zwischen dunklem Parlando und brillantem hohen C alles drin war.
Und es geht noch weiter. Ich konnte mein Bachelor-Abschlusskonzert zwei Jahre vorgezogen und habe mit einer 1,0 bestanden. Was für ein Sommer! Jetzt brauche ich erstmal eine Pause.
Vielen Dank an alle Beteiligten, die dieses tolle Projekt ermöglicht haben!
Danke an Andreas Durban als Organisator und Regisseur, Anton-Conrad Salow als Komponisten, Georg Razumovskijals musikalischen Leiter und Wicktoria Palmer als Regieassistenz.
September 2025
Im September hatte ich die unverhoffte Ehre im WDR Funkhaus zu singen. Prof. Kai Wessel führte im Forum Alte Musik Köln Luigi Mancia's Erstvertonung der Oper La Partenope auf. Die Produktion der Hochschule für Musik und Tanz Köln war sängerisch mit Studierenden besetzt und wurde vom Barockorchester begleitet.
In der Rolle des Ormonte, dem Heeresführer der Königin Partenope, durfte ich auf der Bühne Streiten, Duelle anführen und meine Treue schwören. Zumindest verbal - die Oper wurde nämlich konzertant aufgeführt. Besonders ist für mich, dass die Produktion aufgezeichnet wurde und am 8.11 um 20:03 auf WDR 3 ausgespielt wird.
© Kelvin Hoffmann